Refit 2017

Das Boot habe ich, man mag es kaum glauben, im Februar 2017 auf „eBay“ ersteigert. Wie kommt man dazu ein Boot zu ersteigern ? Ganz einfach, wenn man viel in seinem Job arbeitet und eben wenig bis keine Zeit hat, sich in Schweden nach so einem Boot umzusehen. Klar, ein bisschen Glück gehört auch dazu und die Bereitschaft, selbst einiges zu reparieren bzw.einige Reparaturen eben vom Fachmann machen zu lassen, die man sich selbst nicht zutraut. Und so sah das Boot aus, als ich es zum ersten mal gesehen habe, im Februar 2017 auf dem Gelände des „Segelzentrums Kagerer“ in Pleinfeld, Bayern :

Der Vorbesitzer hatte bereits einige Arbeiten erledigen lassen, darunter das Sandstrahlen und neu aufbauen des Kiels, sowie das Abschleifen der alten Antifoulings. Das Loch an der Steuerbordseite war allerdings noch offen. Die Laminierarbeiten habe ich im Segelzentrum Kagerer an Ort und Stelle fachmännisch erledigen lassen, schliesslich war das ca. 10 cm große Loch an einer kritischen, für den geplanten Trailer Transport wichtigen Stelle. Ich wollte hier kein Risiko eingehen, daß der Rumpf durch den langen Transport von Pleinfeld (Bayern) nach Hooksiel – immerhin gut 700 km – noch weiteren Schaden nimmt. Also lieber ordentlich vor dem Transport laminieren, was auch sehr zu meiner Zufriedenheit und relativ kostengünstig erledigt worden ist.

Nach dem letzten Spachteln war das Loch dann endgültig „zu“ :

Der Transport fand dann eine Woche nach Ostern statt und verlief ohne Probleme.

Ankunft in Hooksiel :

 

 

 

Als Erstes habe ich dann das Unterwasserschiff neu aufgebaut. Da bereits alles schön abgeschliffen war, musste ich nur noch den Staub entfernen und dann gings los.

Zuerst 5 Lagen Gelshield 200 von International als Osmoseschutz ( grün ), danach Primocon als Sperrgrund und abschliessend 2 Lagen Micron EU extra als Antifouling drauf – fertig !

Zum Schluss noch den Wasserpass ( rot ) neu lackieren mit Toplac.

Das Ergebnis :

Durch den Mast habe ich dann noch ein neues Kabel für das Topplicht eingezogen, sowie neue Fallen eingeschoren. Zwei Fallen innenliegend durch den Mast ( Fockfall und Großfall ), sowie zwei Fallen außenliegend ( Dirk und Spi-Fall ). An den Salingen wurden zwei Hilfsleinen für die spätere Installation eines selbst konstruierten Lazy-Jack Systems über zwei Blöcke eingeschoren, sowie eine weitere Hilfsleine an Steuerbord für den Ankerball. Am Achterstag wurde dann noch der obligatorische Radarreflektor installiert.

Leider hatte ich Probleme mit der Halterung für den Außenborder, da der Heckspiegel positiv geneigt ist. So musste ich den ersten Sliptermin verschieben, bis ein entsprechender Adapter für die richtige Position der Halterung gesorgt hat.

Und so sieht „ZITA“ heute aus, mit aufgebauter Kuchenbude am Steg :

Nach ein paar regnerischen Tagen habe ich festgestellt, daß an insgesamt vier Stellen Wasser ins Boot tröpfelt, an sich nicht schlimmes, sollte aber abgedichtet werden für den Winterliegeplatz an Land.

Zuerst kam das Fenster an der Steuerbordseite dran :

Fenster ausgebaut und die alte Dichtungsmasse entfernt, dann mit neuem Sika wieder eingeklebt und gut wars.

Am zweiten Fenster tröpfelte es auch ein wenig rein, das lag aber nicht am Fenster, sondern an fehlenden Schrauben der steuerbordseitigen Genuaschiene. Auch hier halfen mit Sika behandelte Schrauben.

Auch in der Bugkajüte kamen ein paar Tropfen durch die Luke. Hier habe ich von außen rings um das Lukenfenster mit Sika abgedichtet. Alles gut.

Zum Schluß noch die Backbord Backskiste, hier waren mehrere Schrauben ohne Mutter einfach durch das Loch gesteckt. Also neue Muttern von unten gekontert und mit Sika abgedichtet – perfekt !

Jetzt kann das WInterlager kommen, voraussichtlich ab Ende Oktober geht es mit „ZITA“ wieder an Land bei der Werft Hooksiel.

Zum Abschluß noch ein Bild aus der Marina bei Nacht.

 

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2 Antworten auf „Refit 2017“

  1. Hi Tom ,
    hab mal alles soweit gelesen , aber du hast doch jetzt einen anderen Motor oder nicht ? Da steht noch der Diesel im Blog .

    Gruss >Chris

    1. Moin Chris,
      schön, daß Du meinen Blog gelesen hast.
      Nein, ich habe jetzt zwei Motoren, den Einbaudiesel YANMAR YSB-8 und am Heck den Mercury Sailpower als Reservemotor.
      Der Diesel läuft ja einwandfrei, warum sollte ich den rauswerfen ? Der ist sehr sparsam im Verbrauch und darüber hinaus
      auch recht zuverlässig. Nur wenn ich mal viel Gegenströmung haben sollte, nehme ich den Außenborder zusätzlich für
      mehr Schubkraft, oder auch zum Manövrieren in engen Häfen, da ist der Außenborder sehr flexibel, da ich ihn fast
      180 Grad schwenken kann.
      Gruß,
      Tom

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