Refit 2018

In diesem Jahr steht der umfangreiche Refit der Bordelektrik auf dem Programm, welcher leider nicht nur zeitaufwändig, sondern auch kostenintensiv ist, da der Zustand der Bordelektrik wirklich jämmerlich ist.

So sind fast alle elektrischen Verbraucher ohne Sicherungen einfach an die Batterie geklemmt worden, bis auf die Positionslampen und die Navigationsinstrumente. Das muß ich dringend angehen, da sonst bei einem Kurzschluß die Gefahr eines Kabelbrandes besteht.

Außerdem ist zwar ein 220V Landanschluß mit einer 3-poligen CEE Anschlußdose vorhanden, was grundsätzlich schon einmal positiv ist, diese ist allerdings nicht abgesichert. Um diese wichtige Einrichtung sicher zu machen, werde ich einen FI-Schutzschalter und eine 16A Sicherung einbauen, damit man im Fall des Falles keine „gewischt“ bekommt. Ist ohnehin Vorschrift auf einer Yacht, einen Fehlerstromschutzschalter zu installieren. Da diese Installation durchaus als kritisch zu bezeichnen ist, werde ich sie nach Fertigstellung von einem Fachmann „abnehmen“ lassen. Sicher ist sicher.
Die 220V Leitungen werden über Reihenklemmen auf Hutschiene aufgesteckt und an ein 220V Main AC Control Panel angeschlossen, welches die korrekte Polung von Phase L ( braun ), dem Neutralleiter N (blau) und dem Schutzleiter PE (gelb-grün) anzeigt. Es kann nämlich durchaus mal sein, daß die Verkabelung am Steg nicht den Vorschriften entspricht, und so hat man eine zusätzliche Kontrolle an Bord, ob alle Leiter richtig angeschlossen sind. Auf diese Sicherheit möchte ich nicht verzichten.

Über das Problem der galvanischen Trennung des PE-Schutzleiters vom Landanschluß zur Masse ( = 12V Batterieminus ) habe ich lange nachgedacht und bin zu der Überzeugung gelangt, daß es auf meinem GFK Boot keinen Sinn macht, den PE-Schutzleiter vom Landstromanschluß auf die 12V-Masse zu legen, sondern beide Netze ( 220V AC und 12V DC ) getrennt zu halten. Die einzige mögliche Verbindung zwischen beiden Netzen stellt das Ladegerät dar ( bei mir WAECO 1215 ). Da dieses aber nur über einen 2-poligen Flachstecker ohne Verbindung zum Schutzleiter an der Steckdose hängt, ist es galvanisch vom 12V Netz getrennt und es kann folglich auch kein Strom über den PE-Schutzleiter zum 12V Netz fließen. Nachgefragt bei „Philippi“ wurde mir bestätigt, daß man bei einem GFK Boot, dessen Landanschluß mit einem FI/LS Schalter abgesichert ist, auf eine Verbindung von PE-Schutzleiter vom 220V Netz und der 12V Minus Bootsmasse verzichten kann. Bei einem Stahlboot würde ich diese Installation allerdings ausdrücklich nicht empfehlen.

Weiterhin ist geplant, alle 12V-Verbraucher über Reihenklemmen mit einer entsprechenden Sicherung zu versehen, sowie der Ersatz des noch originalen 40 Jahre alten Schaltpaneels von „Shipman AB“ durch eine moderne Variante mit Voltmeter für beide Batterien.

Der Schaltplan für die zukünftige Bordelektrik sieht so aus :

Die benötigten Teile bestelle ich bei einem Elektroversand, und da kommt einiges zusammen.

Und auch der Skipper bekommt ein „Refit“ für die neue Saison, und zwar steht der Erwerb der beiden UKW-Funklizenzen „SRC“ und „UBI“ auf dem Programm.
Für den Kurs habe ich mich schon mal angemeldet, vom 19.01. bis 21.01.2018 in Essen, die Prüfung findet dann ca. 3 Wochen später in Duisburg statt.

Allein schon aus Sicherheitsgründen macht es absolut Sinn, beide UKW-Funklizenzen zu erwerben, zumal die neuen Funkgeräte mit der digitalen „DSC“ Technologie ausgestattet sind und da möchte ich schon gerne korrekt mit umgehen können.

Und nicht zuletzt ist es schlichtweg illegal und wird auch hart bestraft, wenn man meint ohne Funklizenz unterwegs sein zu können.

Das „SRC“ ( Short Range Certificate ) ist für den Küstenfunk sowie von Boot zu Boot im Seebereich und das „UBI“ ( UKW Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk ) ist ausschließlich für den Binnenfunk auf Bundeswasserstraßen im Inland, aber auch im Ausland.

Und so sieht mein DSC-Funkgerät aus ( auch für Binnen mit ATIS ) :

 

 

ICOM M330E

 

 

 

 

Update 21.01.2018 :

Den Kurs „UKW Funk SRC & UBI“ habe ich mittlerweile absolviert, er fand vom 20. Januar bis zum 21. Januar ganztägig in Essen statt. Ich muß sagen, es gibt ganz schön viel zu Lernen, vor allem die Theorie ist nicht zu unterschätzen, da man viele Gesetze und Verordnungen kennen muß, um die Prüfung erfolgreich zu bestehen.

Mein Prüfungstermin ist am 17. Februar in Duisburg-Wedau, bis dahin habe ich noch ausreichend Zeit, um mich vorzubereiten. Sehr hilfreich finde ich dabei die Übungsbögen, an denen man sein Wissen testen kann.

Den praktischen Teil übe ich an einer App auf meinem Android Tablet, dem „SRC Tutor“, was ich ebenfalls sehr hilfreich finde.

Letztendlich bin ich doch froh, den Kurs absolviert zu haben, da der Kursleiter viele Tipps für die Prüfung gegeben hat, vor allem für den praktischen Teil und was die Prüfer von einem sehen wollen, nämlich die richtige Umsetzung der Theorie in die Praxis und die sichere Bedienung des Funkgerätes.

Update 05.06.2018

Mittlerweile habe ich die komplette Erneuerung Bordelektrik in Angriff genommen. Die vorhandene Elektrik ist auf den folgenden Bildern zu sehen und führte Anfang Mai zu einem Kabelbrand am eingebauten Autoradio mit heftiger Rauchentwicklung, so daß ich erstmals zum Feuerlöscher greifen musste – was für eine Sauerei hinterher 🙁

Nach dem Kabelbrand …

 

 

 

 

 

 

 

 

…die alte „Elektrik“ – furchtbar !

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Erstes habe ich mal den 220V Landanschluß erneuert, neue CEE Dosen und neue Kabel installiert, alles auf einen kleinen Sicherungskasten geführt und mit einem FI/LS Schutzschalter und einem LED Kontrolllämpchen versehen.

Als nächstes kamen die beiden Batterien an die Reihe, die ich erstmal gegen Verrutschen mit Bügelhaltern am Boden gesichert habe.

Nachdem ich alle alten Kabelstränge aus dem Boot entfernt hatte, mussten die neuen Kabel verlegt werden und auf Reihenklemmen aufgelegt werden.
Hier ein Zwischenstand :

Das neue speziell nach meinen Vorgaben gefräste Schaltpaneel muss nun belegt werden, wobei alle Verbraucher ein eigene Sicherung bekommen und über Gruppen oder Einzeln mit einem Schalter „scharf“ geschaltet werden können. ( Das Funkgerät links unten ist noch nicht eingebaut ).

Update  10. September

Die Elektrik ist mittlerweile so gut wie fertig. Es war doch einiges mehr an Arbeit, als ich zu Anfang gedacht hatte. Die Verbindung vom GPS 128 zum Funkgerät ist jetzt vorhanden und überträgt die Positionsdaten ans Funkgerät für die DSC Anrufe. Eine zweite Verbindung vom Reserve GPS 72H ist jetzt ebenfalls vorhanden und wurde mit einer RS-232 Schnittstelle realisiert.

Funktioniert alles einwandfrei !

Des Weiteren habe ich die Windfahnensteuerung – den mechanischen Autopiloten – in Betrieb genommen und getestet.

Das alte Genuasegel habe ich abgeschlagen und werde es wohl als defekt verkaufen, zwei neue gebrauchte sind mittlerweile vorhanden, beide ausprobiert und für gut befunden.

Pinne und Windfahne

Außerdem habe ich die Pinne etwas aufgemöbelt, die alten Beschläge alle komplett entfernt, die Löcher mit Holzspachtel zugemacht, alles abgeschliffen und neu mit Teaköl behandelt. Zum Abschluß gabs noch eine Lackierung mit zwei Schichten „Le Tonkinois“ obendrauf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Windfahne bekam einen neuen Anstrich mit „Toplac“ :